Aber warum passiert das eigentlich?
Die Antwort liegt größtenteils in den Flügelspitzen. Flügel erzeugen Auftrieb durch den Druckunterschied zwischen der Ober- und Unterseite des Flügels. An den Flügelspitzen folgt die Luft nicht der Strömung um das Flügelprofil herum, sondern strömt über die Spitzen hinweg, was den Druckunterschied zwischen der Ober- und Unterseite des Flügels im Bereich nahe der Spitze verringert und somit den Auftrieb reduziert. Dies ist in Abbildung 4 sowohl für den ursprünglichen Flügel als auch für den längeren Flügel zu sehen. Diese Verluste durch Flügelspitzenwirbel treten bei allen Flügeln auf (obwohl moderne Flugzeuge diese durch den Einbau von Winglets reduzieren), sind jedoch bei kürzeren Flügeln stärker ausgeprägt.

Abbildung 4: Druckkoeffizienten oben und unten für den ursprünglichen und den verlängerten Flügel
Die Auftriebskraftverteilung über den Tragflächen ist für die drei Konfigurationen in Abbildung 5 dargestellt. Der Einfluss des Rumpfes und der Flügelspitzen auf die Tragflächen ist deutlich zu erkennen.

Abbildung 5: Auftriebsverteilungen in Spannweitenrichtung für die drei Konfigurationen
Die Abbildungen 7 bis 9 zeigen die Druckverteilung für die verschiedenen Simulationen, gemessen an verschiedenen Stellen entlang der Flügelspannweite (siehe Abbildung 6).

Abbildung 6: Schnittstellen des ursprünglichen und des verlängerten Flügels

Abbildung 7: Druckverläufe in der Mitte der Spannweite für die verschiedenen Flügel

Abbildung 8: Druckverläufe an der ursprünglichen Flügelspitze für die verschiedenen Flügel

Abbildung 9: Druckverläufe an der Stelle der verlängerten Flügelspitze